»In den 1970er Jahren wollten wir die Welt verändern, in den 1990er Jahren wollten wir die Welt retten. Jetzt wollen wir nur noch uns selbst retten.«

» […] Die Bundestagswahl 2017 hat vor allem eine Siegerin, und die heißt […] Angst, die Angst vieler Menschen vor Veränderung.
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Weit mehr als die Hälfte der Stimmen ging an jene Parteien, die einfach nur auf das »Weiter so« setzen.
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Eine ganz andere Art des »Weiter so« propagiert die AfD, die bestenfalls Illusionen von einer Rückkehr in das vermeintlich heile Deutschland der 1950er Jahre hegt, schlimmstenfalls aber Anleihen bei der verbrecherischen Vergangenheit Deutschlands aufnimmt.
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Verlierer der Wahl ist eine gerechte und nachhaltige Zukunft für kommende Generationen.
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Trotz guter Wirtschaftsdaten sind 15 Prozent der Menschen vom Wohlstand abgehängt – die Kluft zwischen Gewinnern und Verlierern der Entwicklung wird ständig größer. Auch wenn sie gut ausgebildet sind, haben Menschen immer größere Probleme, eine gesicherte Beschäftigung zu erhalten. Fast jeder zweite Deutsche unter 30 hat einen befristeten Arbeitsplatz. Leiharbeit nimmt zu, trotz Mindestlohn sind viele Arbeitsbedingungen prekär, vor allem im Dienstleistungsbereich.
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[…] das Hamsterrad [dreht sich], in dem die Menschen Beruf, Partnerschaft, Kinder, Hobbys unter einem Hut bringen müssen, immer schneller. Die Überforderung nimmt zu, die Lebensplanung wird schwieriger.
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Roboter ersetzen Arbeitskräfte
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Altersarmut nimmt zu
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Erdüberhitzung und Massenarmut machen den weltweiten Kampf um die Lebenserwartung immer gewalttätiger
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[…] Angst [weckt] nur dann das Engagement, wenn sie sehr konkret ist: die Angst vor Atomraketen hat die Friedensbewegung angetrieben, die Angst vor Atomkraft die Anti-AKW-Bewegung.
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Die diffuse Zukunftsangst von heute macht dagegen strukturkonservativ: Alle versuchen für sich zu retten, was zu retten ist. Alle fordern ständig, dass sich alles ändern muss – vorausgesetzt, für sie selbst bleibt alles gleich. Aus diesen Gründen sind alle für mehr Gerechtigkeit, wählen aber lieber nicht jene Parteien, die mehr steuerliche Gerechtigkeit wollen, denn gerechtere Steuern könnten ja, sie, die Wähler selbst, treffen. Alle glauben, dass wir so nicht ewig weiterkonsumieren, weiterwachsen können –, aber alle verbieten sich Anfragen an ihren Lebensstil, an ihr Essen, an ihren Konsum, an ihre Mobilität. Dann entscheiden sie sich doch eher für das »Weiter so« oder für das »Zurück in die Zukunft«. […] «

Wolfgang Kessler | Publik-Forum | 24.09.2017 | Die Wahlsiegerin heißt Angst | https://www.publik-forum.de/Politik-Gesellschaft/die-wahlsiegerin-heisst-angst

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6 Gedanken zu “»In den 1970er Jahren wollten wir die Welt verändern, in den 1990er Jahren wollten wir die Welt retten. Jetzt wollen wir nur noch uns selbst retten.«

    • Die Wurzel dieser Gleichgültigkeit ist Angst: Angst vor Terrorismus. Angst vor Überfremdung. Angst vor Arbeitsplatzverlust. Angst vor sozialem Abstieg. Angst davor, seine Besitzstände zu verlieren. Angst vor Kommunismus. Angst vor Putin. Angst vor Kim Il-sung. Angst vor Donald Trump. Angst, kriminalisiert zu werden, wenn von den grundgesetzlich garantierten Freiheitsrechten Gebrauch gemacht wird. Hätten die Menschen keine Angst, wären sie wählen gegangen. Und die, die wählen gingen, hätten CDU/CSU, SPD abgewählt und nicht DIE GRÜNEN, FDP oder AfD gewählt.
      Ja, die Gleichgültigkeit ist wieder da; die gleiche Gleichgültigkeit, die schon einmal da war, als die Nachbarn abtransportiert wurden.

      Liebe Grüße.

      Bernd

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