„Schade, dass kompetente und seriöse JournalistInnen wie GKS in der deutschen Medienlandschaft nur noch selten zu finden sind. Wir könnten mehr davon gebrauchen.“

» Das neue Buch von Gabriele Krone-Schmalz [GKS] ist ein Muss für jeden Journalisten und Politiker oder politisch Interessierten. Es bietet eine Fülle von Daten, Fakten und Belegen, die es ermöglichen, sich jenseits des einseitigen und propagandistischen Bildes, das westliche Medien und Politiker von Russland zeichnen, ein objektives Bild zu machen. Schade, dass kompetente und seriöse JournalistInnen wie GKS in der deutschen Medienlandschaft nur noch selten zu finden sind. Wir könnten mehr davon gebrauchen.
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Denn es [GKS Buch „Eiszeit“] belegt grandios, wie wenig seriös und verlässlich die deutschen Medien über Russland und seine Außenpolitik berichten.
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„Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.“ (Aldous Huxley)
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GKS macht etwas, was für jeden Politiker, der sich mit internationalen Beziehungen befasst, selbstverständlich sein sollte, aber heute im Westen in Politik und Medien keineswegs mehr selbstverständlich ist: Sie wechselt die Perspektive und analysiert, wie sich eine internationale Lage aus der Sicht des anderen beteiligten Akteurs darstellt, in diesem Fall: aus der Sicht Russlands.
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GKS erzählt die Teile der Geschichte des Verhältnisses zwischen dem Westen und Russland, die in den westlichen Medien im Regelfall weggelassen werden. Und sie stellt die Fragen, die unsere Medien im Regelfall nicht stellen, sondern stattdessen nicht nur einseitig berichten, sondern regelrecht Propaganda gegen Russland betreiben.
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„Die ARD bezeichnet einen Rüstungsetat von Russland von 46 Milliarden $ als vergleichsweise hoch. Laut BMVG (= Bundesministerium der Verteidigung; UB) beträgt der deutsche Etat für 2017 ca. 37 Milliarden € (42,8 Mill. $) und soll bis 2021 auf 42 Milliarden € (49,7 Mill. $) erhöht werden. Wenn man dann noch weiß, dass die russischen Verteidigungsausgaben laut SIPRI 2016 etwa 69 Milliarden $ betrugen und demnach deutlich zurückgefahren werden, dann kann man doch die Bewertung des russischen Rüstungsetats durch die ARD als „vergleichsweise hoch“ nur noch als Volksverdummung ansehen“
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Die Thesen und Sichtweisen von GKS auf den Konflikt des Westens mit Russland sind detailliert, faktenfundiert und präzise. Mit anderen Worten: GKS weiß – im Gegensatz zu vielen deutschen Mainstreammedien – genau, wovon sie spricht. Und sie argumentiert mit Daten, Fakten und Belegen, was man von den deutschen Mainstreammedien und vielen Politikern, die sich in Bezug auf Russland zu Wort melden, nur eher selten behaupten kann.
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GKS belegt demgegenüber nachvollziehbar, dass die russische Regierung sich bei diesen Konflikten durchaus rational, vernünftig und keineswegs aggressiv verhalten hat. Natürlich hat sie dabei auch im Eigeninteresse gehandelt. Aber gibt es auf der Welt eine Regierung, die dies nicht getan hätte? Medien und Politik sind aber offensichtlich mehrheitlich nicht dazu in der Lage oder willens, die Lage differenzierter wahrzunehmen und zu erkennen, dass es sich um Probleme eines „postimperialen Raums“ handelt.
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„Der Fall Georgien zeigt exemplarisch, dass es sich bei Russlands Peripherie um einen postimperialen Raum handelt mit allen Problemen, die das mit sich bringt. In den westlichen Medien werden die Konflikte oftmals nach einem sehr einfachen Schema interpretiert, bei dem bemerkenswerterweise immer unerwähnt bleibt, dass Moskau die Auflösung der Sowjetunion auf friedlichem Wege zuließ. Gibt es einen vergleichbaren Fall in der Weltgeschichte?“
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Die russische Seite hat immer wieder kooperiert, mehrfach Angebote gemacht, etwas hingenommen oder nachgegeben, während die westliche Seite stur und rücksichtslos ihre aggressive Eindämmungspolitik verfolgte. Nach meinem Eindruck ist die westliche Seite entweder aus ideologischer Verbohrtheit nicht dazu in der Lage oder schlicht nicht willens zu erkennen, dass diese Ostweiterung aus russischer Sicht gar nicht anders als bedrohlich wahrgenommen werden kann.
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„Eine kluge Sicherheitspolitik müsste also die verständlichen Ängste der Balten und Polen mit den ebenso verständlichen Ängsten der Russen austarieren. Das ist aber nicht einmal im Ansatz auf irgendeiner Agenda zu finden. Stattdessen stellen sich der Westen und die NATO klar auf eine Seite. Hier zeigt sich zum wiederholten Male, wie fatal die Osterweiterung der NATO war. Denn sie hat aufgrund ihrer geostrategischen Folgen nicht nur die Beziehungen zwischen der NATO und Russland belastet. Sie hat durch die Aufnahme der osteuropäischen Länder auch deren Konflikte mit Russland ins Bündnis geholt. Und so wurde das Verhältnis zu Moskau nach und nach vergiftet“
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Wandel durch Annäherung
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„Egon Bahr hatte etwas verstanden, an das zu erinnern von großer Bedeutung ist: nämlich, dass Gesellschaften und Regime sich unter Druck von außen verhärten und abschließen. Veränderung und Öffnung erreicht man nicht durch Konfrontation, sondern durch Kooperation. Und noch etwas hatte Egon Bahr erkannt: Man muss in der Lage sein, die Angst des Gegners wahrzunehmen, und man darf sich nicht von seiner eigenen Angst nicht überwältigen lassen. Wir sind nicht so schwach, dass wir eine hysterische Politik der Angst verfolgen müssten. Wir sind stark genug für eine Politik der Vernunft. Wir müssen wieder lernen, wie Egon Bahr darauf zu vertrauen, dass die westlichen Werte sich im Laufe der Zeit von alleine durchsetzen“
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Sie kam in diesem Zusammenhang aber nicht auf die Idee zu fragen, ob die westliche „Demokratisierungspolitik“ überhaupt eine ist, oder ob man nicht der westlichen Seite Imperialismus unterstellen muss.
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„Der Westen ist zu echten Kompromissen nicht mehr in der Lage, weil er die eigene Weltsicht für alternativlos hält. Das hat etwas von missionarischem Eifer, der schon immer das beste Rezept war, um große Katastrophen herbeizuführen“
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dass das Denken in Zusammenhängen in Deutschland ganz schnell als Verschwörungstheorie denunziert wird
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„Einst haben wir […] gelernt, dass es wichtig sei, alles beim ersten Augenschein infrage zu stellen. Ein Grundsatz des gesunden Menschenverstandes lautete: Glaube nichts, aber halte alles für möglich. Dazu war es wichtig, Dinge in ihrer Tiefe zu verstehen, bevor man über sie urteilte. Aber das kostet viel Zeit. Und die hat offenbar niemand mehr“ «

Udo Brandes, Gabriele Krone-Schmalz | NachDenkSeiten | 22.12.2017 | Die Dämonisierung Russlands in Politik und Medien des Westens | http://www.nachdenkseiten.de/?p=41696
Außerdem hinter dem Link: „Ausführliches Inhaltsverzeichnis mit Überschriften der Unterkapitel“

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Ein Gedanke zu “„Schade, dass kompetente und seriöse JournalistInnen wie GKS in der deutschen Medienlandschaft nur noch selten zu finden sind. Wir könnten mehr davon gebrauchen.“

  1. Nach einer so langen Phase des Kalten Krieges, ist es nicht wirklich erstaunlich, wenn ihm eine Eiszeit folgt. Aber dass etwas nicht erstaunlich ist, bedeutet ja nicht, dass es wünschenswert oder auch nur hinnehmbar wäre. Also lesen!

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