Kapitalismus.

Was er sich noch einmal, ein letztes Mal, wünschte, fragte sie, seine Sterbebegleiterin, ihn. „Kuschelsocken und Dominosteine -„, antwortete Patrick, „selbstgestrickt und selbstgemacht – von Louisa.“; sie, seine langjährige beste Freundin, strickte die kuscheligsten Socken und stellte die feinsten veganen Dominosteine her, die er in seinem Leben kannte. Patrick hatte Angst – Todesangst.   Jegliche…

Spring, so weit du kannst!

» […] Wenn Julia zugeben könnte, dass es nicht zu viel Liebe, sondern zu wenig Mut ist, der sie zum Rückzug bewegt, wäre die Lage für beide klarer. … | … Vermutlich hat sie die Trennung von ihrem früheren Partner noch nicht verarbeitet und ist jetzt vor ihrem eigenen Glück und der schnell entstandenen Bindung…

„Die Spannung zwischen den beiden wird gefährlich, sobald der liebevolle Blick auf die Schwächen des Partners verloren geht.“

»[…] Sparsamkeit ist eine Tugend, Geiz ein Laster, der Weg zwischen den beiden lässt sich in der Konsumgesellschaft nicht leicht finden. … | … Die Spannungen zwischen Max und Irene entstehen aus dem Bestreben von Max, Irene zu seinen Tugenden hin zu erziehen [1]. Das nervt, weil Irene ebenso wie Max weiß, dass es besser…

Michael betrieb in dritter Generation …

… einen Späti in seinem Kiez in Berlin. Opa Hans eröffnete den Laden in den 1920er Jahren als Budike. Es war ein „schnieker“ Laden, der alles zum täglichen Leben hatte und in dem sich Anwohner und Laufkundschaft auf eine Zigarette und ein Feierabendbier regelmäßig trafen. Opa Hans liebte die (zu) junge, blonde Nachbarin Martha, die…

„Auch Armut und Ausgrenzung sind Gewalt!“

»[…] Die Menschen sind im Kalkül des Kapitals und seiner politischen Repräsentanten eine zu vernachlässigende Größe. Sie spielen einfach keine Rolle. Sie haben keine Rechte und keine Gefühle. Ihr Leben, das Leben von Millionen, taucht in keiner strategischen Planung als relevantes Entscheidungskriterium auf. Konsequenterweise wird an die Überlebenden bevorzugt in Kategorien ihrer Beherrschbarkeit und Ausbeutbarkeit…

„Die verängstigten Massen akzeptieren, was sie unter normalen Umständen niemals akzeptieren würden: den Verlust der Freiheit im Namen der Sicherheit.“

»[…] Die Terroristen haben angeblich den Krieg erklärt und dann greifen sie nur die geknechteten Massen an, um somit – rein zufällig – den Herren der Globalisierung und der entwurzelten Finanzelite einen guten Dienst zu leisten: die zusehen, wie ihr Klassenfeind (die lumpenproletarischen, prekarisierten und verarmten Massen) buchstäblich bombardiert wird und durch Dritte explodiert. ……

„Zu mir kommen die Leute mit ihrem Ehemüll und bitten mich, den zu trennen. Das mache ich, so gut es geht. Ich habe das Gefühl, einer sehr sinnvollen Tätigkeit nachzugehen.“

»Als renommierte Scheidungsanwältin blickt Helene Klaar regelmäßig in Abgründe ehelicher Gemeinheit – und klagt über einen Verhaltenszug, der sie vor allem bei den Frauen frustriert. … | … Ich habe ja selbst zwei Kinder. Das erste Kind war schwierig und anstrengend. Wenn Besuch kam, hat einer von uns das brüllende Kind herumgetragen, der andere hat…

„Wenn wir uns von unserer eigenen Angst befreit haben, wird unsere Gegenwart ohne unser Zutun andere befreien.“

»[…] Doch nur wenn wir Vielfalt der Kulturen fördern und umarmen, kann es Frieden geben. Innerhalb der nächsten Jahre werden wir wohl etwa 90% unserer Kulturen, Denkweisen und Werte auslöschen. * Wir müssen einfach handeln für positive Veränderung, warum (worauf) warten wir noch? Wer tut es wenn nicht wir? Positive Veränderung (Entwicklung) ist der Sinn…

„Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.«

»[…] Der Angriff der NATO-Länder USA und Großbritannien auf den Irak 2003 war ein illegaler Krieg ohne UNO-Mandat, der die Gewaltspirale extrem angetrieben hat. Wir haben seither im Irak mehr als 1 Million Tote. … | … Die Gewaltphänomene sind vernetzt. Wir befinden uns in einem Teufelskreis aus Gewalt und Gegengewalt. … | … Deutschland…

„Entweder wir halten zusammen oder wir werden drauf gehen.“

»Neoliberalismus sorgt für Einsamkeit. Und das zerreißt unsere Gesellschaft. Was könnte ein System mehr anklagen als eine Epidemie psychischer Erkrankungen? Von Ängsten, Stress, Depressionen, sozialen Phobien, Essstörungen, Selbstverletzungen und Einsamkeit sind weltweit immer mehr Menschen betroffen. Die neuesten, katastrophalen Zahlen zur psychischen Konstitution von Kindern zeigen, dass es sich dabei um eine globale Krise handelt.…

„Die Macht lebt von der Angst der Ohnmächtigen, von ihrer Unterdrückung des Gefühls von Zugehörigkeit, von Gut und Richtig, Liebe und Hass, Verrat – und Selbstverrat.“

»… »Wir sind die Toten, sagte Winston. Wir sind die Toten, betete Julia getreulich nach. Ihr seid die Toten, sagte eine eiserne Stimme hinter ihnen.« … | … Wir sind immer schon die Toten, hatte Winston gemeint, tot, weil wir eingewilligt haben in eine gedächtnis- und gemeinschaftslose Welt von Technik, Büros, Beton, billigen Vergnügungen und…

Zu viele erste Schritte. Zu viele blutige Nasen.

»Wir leben in einer Welt voller Ängste. Jeder Mensch hat Angst verlassen zu werden. Jeder Mensch will geliebt werden. Niemand will vergessen werden. Aber niemand traut sich, den ersten Schritt zu wagen. Zu bleiben. Zu denken. Zu lieben.« – treasure-seeking

Mit meinem irren Lieben sich selbst und andre elend macht.

»O du, vor dem die Stürme schweigen, vor dem das Meer versinkt in Ruh’, dies wilde Herz nimm hin zu eigen und führ’ es deinem Frieden zu. Dies Herz, das, ewig umgetrieben, entlodert, allzu rasch entfacht und, ach, mit seinem irren Lieben sich selbst und andre elend macht. Entreiß es, Herr, dem Sturm der Sinne,…

»Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.«

»… es gab in Deutschland laut Erhebungen immer ein Potenzial von 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung, das fremdenfeindlich und homophob ist, das eine eher geschlossene, autoritäre Gesellschaft als Vorbild hat. Dafür gab es im Parteienspektrum bisher kein Angebot. Mit der AfD hat sich das geändert. … | … AfD-Wähler sind insbesondere Menschen, die skeptisch…

Die Bedingungen unter denen Flüchtende bei uns Leben, verstärken deren Traumatisierungen.

»Nicht die Flüchtlinge, sondern die Institutionen, nicht die Bevölkerung, sondern die staatlichen Apparate sind das Problem. Und vor allen Dingen die Tatsache, dass die Regierung, der staatliche Apparat, überhaupt keine Anstalten macht oder ganz unbrauchbare Anstalten macht, die Ursachen dieser ganzen Flüchtlingsbewegung irgendwie, soweit sie in seiner Verantwortung liegen, anzugehen. Es ist ja keine Ursachenbekämpfung,…