„Gute Pflege für alle ist nur mithilfe einer großen Reform der Pflegeversicherung möglich, die sich auf die demografischen Entwicklungen der nächsten Jahrzehnte stützt.“

» […] Unser Pflegesystem funktioniert nicht. Es scheint, als wären Pflege und Skandal untrennbar verbunden. Wir hören Geschichten von Horrorheimen, in denen Einmalwindeln auf der Heizung getrocknet werden, damit ein Bewohner sie doch noch mal tragen kann. Oder Berichte von Einrichtungen, in denen alle Bewohner am selben Tag Abführmittel bekommen, damit Pfleger sie direkt nacheinander…

Liebesbeziehungen fallen nicht vom Himmel.

» […] Es ist für die meisten Menschen nicht leicht, zu akzeptieren, dass Liebesbeziehungen nicht vom Himmel fallen, sondern im Straßenstaub riskiert werden müssen. … | … ohne Erfahrungen mit realen Menschen bleibt die Fantasiewelt zu verführerisch. […] « Wolfgang Schmidbauer | DIE ZEIT | 11.10.2017 | Wie entkommt sie dem Schloss in den Wolken?…

Spring, so weit du kannst!

» […] Wenn Julia zugeben könnte, dass es nicht zu viel Liebe, sondern zu wenig Mut ist, der sie zum Rückzug bewegt, wäre die Lage für beide klarer. … | … Vermutlich hat sie die Trennung von ihrem früheren Partner noch nicht verarbeitet und ist jetzt vor ihrem eigenen Glück und der schnell entstandenen Bindung…

In den falschen Hals bekommen.

» […] An sich ist ein Partner, der die Aktivität seines Gegenübers genießt, für die Liebe nicht weniger nützlich als der Partner, der etwas macht – vorausgesetzt, beide Beiträge werden gewürdigt und keine Seite fühlt sich ausgenutzt. * Es macht wenig Spaß, wenn alle kochen wollen und keiner isst. … | … Zwischen Sascha und…

»Emil stirbt

Nachdem dieser ältere Artikel heute am 16.11.17 noch einmal ein Like bekam, habe ich mich entschlossen, ihn zum Totensonntag noch einmal zu teilen. … | … Ein Mann verliert erst seine Frau an den Krebs, danach sein Kind. Um mit seiner Geschichte nicht allein zu bleiben, hat Stefan Krauth sie hier aufgeschrieben. … | ……

„Nur beim eigenen Tod, liebe Leser, wird es schwer mit dem freien Willen.“

»[…] Der am meisten rückwärtsgewandte, am meisten bevormundende, am wenigsten menschenfreundliche [Gesetzesvorschlag] wurde Gesetz. Eine breite Mehrheit der Bürger hätte sich – laut zahllosen Umfragen und Untersuchungen – anders entschieden. So viel Vertrauen in die Vernunft ihrer Untertanen aber wollten die GesetzgeberInnen nicht aufbringen. … | … Zu unterscheiden ist zwischen Behandlung und Nichtbehandlung, zwischen…

„Wenn Max nicht mehr einfällt, als sich zu beklagen, dass sie nicht um Geheimhaltung gebeten hat, kann ich Jasmins Wunsch gut verstehen, sich einen Freund zu suchen, der ihr Vertrauen verdient.“

»[…] Mit ein wenig Einfühlung hätte Max sich klarmachen können, wie wenig spaßig [3] es für Jasmin ist, wenn er ausplaudert [2], was nur in eine intime Situation passt [1]. … | … Welcher Teufel hat Max geritten? … | … Ich vermute, es ist eine verquere Loyalität zu seinen Kumpeln, denen er auf diesem…

Der erste Schritt in einen Machtkampf.

»[…] Jeder Mensch deutet seine Vergangenheit anders. … | … Das Klingelschild mit beiden Namen ist für Karin ein Symbol mangelnder Ablösung, für Norbert ein Zeichen, dass er irgendwann dort gewohnt hat und seine Ex-Frau noch Post für ihn empfangen und weiterreichen kann. … | … Wenn Karin fürchtet, dass Norbert noch stärker an seine…

„Die Folgen unseres Konsums werden wir erst dann bemerken, wenn irgendwann der Ozean vor der Tür steht. Bloß ist es dann eben zu spät.“

»[…] Verbietet mir, was ich gerne haben möchte, aber besser nicht haben sollte. Anders ist die Welt nicht mehr zu retten. … | … Verbote zu fordern heißt, die Fehlbarkeit des Menschen verstanden zu haben. … | … Für die Produktion von einem Kilo Kartoffeln braucht man 100 Liter Wasser, für ein Kilo Rindfleisch 15.000.…

„Die Ereignisse kommen so unvorhersehbar auf uns zu, so ungerecht. Das menschliche Glück scheint im Schöpfungsplan nicht enthalten zu sein. Nur wir allein können mit unserer Fähigkeit zu lieben dem gleichgültigen Universum eine Bedeutung geben.“

»[…] Verliebtheit ist demnach kein höherer Geisteszustand, nicht einmal ein Gefühl, sondern ein archaischer Trieb … | … Ein Abhängiger ist in Kokain verliebt und jemand Verliebtes abhängig von seiner oder seinem Angebeteten. Die physiologische Ähnlichkeit bleibt auch, wenn das Objekt der Begierde außer Reichweite rückt. Ob Drogenentzug oder Liebeskummer, der zerebrale Leidenszustand ist der…

„Zwischen der Hypermoral von links und der blanken Gewalt von rechts muss es wieder eine Mitte affektbeherrschter Zivilisiertheit geben.“

»[…] Zu den festen Ritualen der alten Bundesrepublik gehörte es, ständig vor einem Rechtsruck zu warnen, der indes nie eintrat. … | … Wo die Linke die fremde Identität, das Andere, die Abweichung vergötzt, berauscht sich die Rechte an der Norm des Eigenen. * Zwischen diesen beiden Polen, der linken Hyperkritik und dem rechten Ressentiment,…

„Die Spannung zwischen den beiden wird gefährlich, sobald der liebevolle Blick auf die Schwächen des Partners verloren geht.“

»[…] Sparsamkeit ist eine Tugend, Geiz ein Laster, der Weg zwischen den beiden lässt sich in der Konsumgesellschaft nicht leicht finden. … | … Die Spannungen zwischen Max und Irene entstehen aus dem Bestreben von Max, Irene zu seinen Tugenden hin zu erziehen [1]. Das nervt, weil Irene ebenso wie Max weiß, dass es besser…

„Als sei auch das Altern bloß eine Frage der eigenen Einstellung.“

»[…] Alles eine Frage der Einstellung? Wie unsere Gedanken unser Leben verändern können. … | … Kann man durch Denken abnehmen? Man kann. … | … Nach vier Wochen hatten jene Teilnehmerinnen, deren Arbeit zum Sport erklärt worden war, durchschnittlich ein Kilo abgenommen – allein durch eine veränderte Einstellung zur Arbeit. Die Kontrollgruppe machte ihren…

„Nur Liebe und Tod ändern die Dinge.“

»[…] „Ich bin in sie verliebt, wusste Sumire auf einmal. So eindeutig, wie Eis kalt ist und Rosen rot sind. Und diese Liebe reißt mich mit ihrem Sog davon, so übermächtig, dass ich mich ihr nicht entziehen kann. Widerstand ist zwecklos. Vielleicht entführt sie mich an einen unbekannten, unheimlichen Ort, der vielleicht sogar gefährlich ist.…

„Das Hackebeil-Prinzip.“

»[…] Sie: „Was hast du? Willst du nicht mit mir zusammenziehen?“ * Er: „Ich denke die ganze Zeit darüber nach, ob du wirklich mich meinst, oder ob ich nur praktisch bin, weil du sonst keinen hast“ * Sie: „Ich dachte, mein Vorschlag ist der beste Beweis, dass ich dich meine!“ … | … Es sind…

Es ist eine Strategie der Herrschenden: voranschreitender Hunger. Weil man Frierende besser regieren kann. Auch hier; bei uns: immer mehr Menschen verfügen über immer weniger Geld/Vermögen.

»[…] Der Hunger bedeutet heute für fast eine Milliarde Menschen eine gleichbleibend ereignislose Lebenslage. … | … der heutige Hunger von etwa einer Milliarde Menschen, über den ich schreibe, ist in aller Welt geräuschlos und stetig anwesend, er hat keine Tagesaktualität. Er ist so alltäglich, dass viele gar nicht wissen, dass sie hungern, weil es…

„Da finde ich es illegitim, dann auch noch zu erben.“

»[…] Götz Werner verwechselt Liebe nicht mit Geld. Er hat auch verstanden, dass Eigentum verpflichtet, so wie es in unserem Grundgesetz steht. Und er hat verstanden, dass Erben kein Schicksal ist, das der Mensch auf sich nimmt. Es ist bloß Geld, und der Reiche kann es – nicht nur durch staatlichen Zwang, sondern vor allem…